Koreanischer Schweinefleischreis mit Avocado

Von Marlena
Ein koreanisch inspirierter Reis mit würzig mariniertem Schweinehack, eingelegtem Gemüse und cremiger Avocado. Geändert sind Mengen, Zutaten ersetzte ich teilweise für mehr Tiefe. Die Zubereitung ist nach bewährten Praktiken restrukturiert. Fokus auf sensorische Signale, Technik und pragmatische Tipps für die Küche ohne Fehlerfallen.
Vorbereitung:
40 min
Kochzeit:
25 min
Gesamt:
Portionen:
4 Portionen
#Hauptgericht
#asiatisch
#schmackhaft
Ich habe dieses Gericht mehrfach verändert. Ursprünglich nahm ich die übliche Reismenge, doch fiel mir auf, dass mit weniger Reis und mehr Flüssigkeit die Körner besser aufquellen und angenehmer im Mund liegen. Auch habe ich die Gochujang-Paste im Verhältnis reduziert, da mir die Schärfe vorher oft zu dominant war und die Avocado kaum zur Geltung kam. Die Kombination aus eingelegtem, knackigem Gemüse und karamellisiertem Schweinehack macht das Gericht lebendig. Die Avocado bringt Balance – ohne sie geht es fast nicht. Die Technik beim Reiskochen und Fleisch braten sind entscheidend, sonst wird alles hautlos und fad. Tipp: Vertraue deinen Augen und der Struktur, nicht stur der Zeit.
Zutaten
Reis
- 230 g Calrose-Risotto-Reis (alternativ Sushi-Reis, keine Rundkorn-Alternativen)
- 500 ml Wasser
- 2 ml Salz
- 60 ml Reisessig (milder, nicht scharf)
- 30 ml Mirin (kann durch trockenen Weißwein ersetzt werden)
- 3 ml Salz
- 3 kleine Karotten, dünn in feine Scheiben geschnitten
- 2 mittelgroße Schlangengurken, längs halbiert und in feine Scheiben geschnitten
- 30 ml Gochujang-Paste (schärfe reduzieren oder ggf. scharfe Paprikapaste als Ersatz)
- 25 ml Mirin
- 3 Knoblauchzehen, fein gerieben
- 10 ml frisch geriebener Ingwer
- 20 ml Tamari (ausgesprochen milder, weniger salzig als Sojasoße)
- 10 ml geröstetes Sesamöl
- 400 g mageres Schweinehackfleisch
- 15 ml neutrales Pflanzenöl (z.B. Sonnenblumenöl)
- 2 reife aber noch feste Avocados, in Scheiben
- 1 Frühlingszwiebel, feingehackt
- Geröstete Sesamsamen nach Geschmack
Eingelegtes Gemüse
Schweinefleisch
Garnitur
Über die Zutaten
Das Austauschen von Mirin durch trockenen Weißwein funktioniert gut, wenn kein Mirin verfügbar ist. In japanischen oder koreanischen Supermärkten findet man die Paste oft, ansonsten kann man scharfe Paprikapaste mit einem Löffel Honig oder Zucker mischen für die Gochujang-Soße. Reis unbedingt waschen, sonst wird er zu klebrig. Statt Schweinehack wäre auch gemischtes Hack (halb Schwein, halb Rind) gut, gibt mehr Geschmack. Knoblauch und Ingwer frisch reiben, um die Aromen besser und intensiver zu bekommen. Die Gurke unbedingt längs halbieren, damit die Marinade besser einzieht – bei runden Scheiben gelingt das nicht so gut. Avocado sollte fest-ripe sein, zu weich wird matschig beim Schneiden.
Zubereitung
Reis kochen
- Reis unter kaltem Wasser spülen, bis das Spülwasser klar bleibt. Gut abtropfen lassen; das ist entscheidend, sonst wird der Reis klebrig und matschig, was ich schon zu oft erlebt habe. In einem Topf Reis, Wasser und Salz zum Kochen bringen; sobald es kocht, Hitze stark reduzieren, Deckel drauf. Nach 14 Minuten sollte alles Wasser weg sein – keinesfalls vorzeitig umrühren oder öffnen, sonst wird der Dampf entweichen und die Struktur leidet. Vom Herd nehmen, Deckel drauf, 12 Minuten ruhen lassen. Keine Eile; der Reis quillt noch schön nach. Nach der Ruhezeit mit einer Gabel vorsichtig auflockern. Nicht mit einem Löffel zerstampfen, sonst wird’s klebrig.
- Während der Reis ruht, Essig, Mirin und Salz in einer Schüssel mit dem Schneebesen verquirlen, bis sich das Salz auflöst. Die geschnittenen Karotten und Gurken dazugeben, gut durchmischen. Gemüse sollte eine knackig-helle Farbe behalten, sonst wird’s schlapp. Ziehen lassen, während das Fleisch brät. Vor dem Servieren Flüssigkeit abgießen, Gemüse gut abtropfen, sonst verwässert es die Schichten im Endgericht.
- In einer Schüssel Gochujang, Mirin, Knoblauch, Ingwer, Tamari und Sesamöl gründlich vermengen. Die Würzmischung nicht zu grob, sonst verteilt sie sich nicht gleichmäßig. Schweinehack zugeben und mit den Händen gründlich einkneten, etwa 2-3 Minuten. Ziel: gleichmäßige Verteilung der Aromen, keine größeren Klumpen. Die Hände leicht angefeuchtet benutzen, damit die Paste nicht klebt.
- Eine große beschichtete Pfanne auf hohe Temperatur bringen, Pflanzenöl dazu. Es sollte sofort heiß genug sein, dass das Fleisch zischend anbrät. Fleischmasse einfüllen, mit einem Holzspatel in kleinere Stücke zerzupfen, gleichmäßig verteilen. Häufig umrühren; die Fleischstücke sollen braun karamellisieren, nicht nur durchgegart aussehen. Dauert etwa 8-12 Minuten – lieber auf die Farbe als aufs Timing achten. Wenn der Bratensatz am Pfannenboden dunkel wird und leicht klebt, ist es Zeit umzurühren. Am Ende nochmal abschmecken: Wenn zu wenig Würze, ein wenig Tamari oder eine Prise Zucker kann helfen.
- In Schüsseln zuerst eine Schicht des aufgelockerten Reises geben. Darauf das Schweinefleisch mit evtl. Bratsäften verteilen – diese bringen Aroma, aber nicht ertränken. Gemüse darauf anrichten, Avocadoscheiben hübsch fächerartig dazulegen, so dass man die Cremigkeit sieht. Frühlingszwiebeln drüberstreuen, mit gerösteten Sesamsamen bestreuen. Kein Sojasoße darüber geben – das würde die Balance zerstören.
- Kurz vor dem Essen ausprobieren, wie Reis, Fleisch und Gemüse zusammenspielen. Zu viel Essig macht den Reis sauer. Die cremige Avocado reduziert die Schärfe etwas, wichtig bei Gochujang-Gerichten. Die Texturen: Knackig eingelegtes Gemüse, zart caramelisiertes Fleisch, weicher Reis und cremige Avocado – das Gesamtpaket. Weiß gelegentlich eine Prise Chili oder Limettensaft darüber zum Abrunden, wenn noch gewünscht.
- Reis nicht überschichten, sonst wird er matschig. Wenn kein Gochujang, ersetze durch scharfe Chili-Soße plus ein Teelöffel Honig für den Kick. Mirin kannst du durch trockenen Weißwein auffangen, wenn nicht da. Gemüse nicht zu lange marinieren, sonst verliert es Biss. Noch mehr Geschmack: Etwas gerösteten Sesam in die Gemüse-Marinade geben. Wenn die Fleischmasse zu feucht wirkt, erhöht das die Bratzeit; besser luftiger formen beim Braten, damit Röstaromen entstehen. Das Öl in der Pfanne nicht sparen, es braucht eine ordentliche Fettbasis für Karamellisierung.
Gemüse marinieren
Schweinefleisch vorbereiten
Schweinefleisch braten
Zusammenstellen
Tipps und Tricks
Zubereitungstipps
Beim Reis ist es wichtig, den Deckel die ganze Zeit draufzubehalten während des Kochens und der Ruhezeit – Dampf macht ihn fluffig. Kurz vorm Herausnehmen auflockern, nicht umrühren mit Löffel oder Spatel. Das Einlegen vom Gemüse nicht zu lange machen, 15-20 Minuten genügen, sonst wird es zu schlaff. Die Pfanne richtig heiß machen vor Fleischzugabe, damit es rösten kann, nicht kochen. Stücke beim Braten auseinanderzubrechen für mehr Oberfläche gut. Die karamellisierte Oberfläche darf leicht dunkel sein, nicht schwarz. Fleisch gut durchbraten, rohes Fleisch schmeckt nicht. Vor der finalen Montage prüfe kurz die Würze, besser nachwürzen als zu lasch servieren. Die Avocado kommt zuletzt drauf, sonst wird sie warm und matschig. Sesamsamen vor dem Servieren trocken anrösten, das verleiht ein tiefes Aroma.
Küchentipps
- 💡 Reis gut waschen. Spülwasser muss klar sein. Andernfalls bleibt der Reis klebrig. Am besten in kaltem Wasser spülen. Dann abtropfen lassen. Zu viel Wasser? Pudding entsteht.
- 💡 Wenn Gochujang nicht zur Hand, scharfe Paprikapaste nehmen. Ein Teelöffel Honig dazu für die Süße. Perfekt für den Kick. Start mit einer kleinen Menge, dann anpassen. Geschmack ist entscheidend.
- 💡 Frisch geriebener Knoblauch und Ingwer sind unerlässlich. Sie bringen Aromen. Vorratshaltung? Finde gute Quellen. Ab und zu im Asialaden nachfragen. Sie liefern oft frische Produkte.
- 💡 Keine Angst vor dem Braten. Pfanne gut heiß machen. Öl genug nutzen. Gutes Rösten bringt den Umami-Geschmack. Fleisch auf kleiner Temperatur garen, so bleibt es saftig und zart. Dunkelbraun ist ideal.
- 💡 Avocado sollte reif sein. Zu weich? Matschig beim Schneiden. Gürte sie fest, das ist wichtig. Vor der Verwendung überprüfen. Und ganz wichtig, schneide sie zuletzt für die beste Präsentation.



