Würziger Wurstauflauf

Von Marlena
Kartoffelbrei mit würziger Schweinswurst, verfeinert mit Lauch und getrockneten Tomaten. Statt klassischem Kohl grüne Bohnen für mehr Biss und Aroma. Käseanteil reduziert, dafür Pecorino statt Cheddar für einen pikanten Touch. Das Gericht braucht Geduld beim Braten der Wurst, damit alles richtig Geschmack zieht. Am Ende knackige goldbraune Kruste, die Geräusche verraten den Gargrad.
Vorbereitung:
30 min
Kochzeit:
Gesamt:
Portionen:
6 bis 8 Portionen
#Wurst
#gemütlich
#Rezeptideen
#allein kochen
#Familienessen
Wurstauflauf aus herzhaftem Hackfleisch oder Wurst ist ein Klassiker, den ich oft abwandele – besonders bei der Auswahl der Gemüsesorten. Lauchzwiebeln bringen eine süßliche Schärfe, die Kohl oft fehlt, und grüne Bohnen behalten nach kurzem Garen den Biss. Den Käse tausche ich gerne zu Pecorino, weil er würzt und schmilzt, ohne zu dominant zu sein. Kartoffelbrei ist das Herzstück; weniger Milch macht ihn besser formbar. Die Schritte klingen simpel – aber Timing und Hitze geben den Unterschied zwischen matschig oder knusprig. Geduld ist eine Tugend, beim Anbraten der Wurst sollte immer auf Farbe geachtet werden, da der Geschmack von der Maillard-Reaktion kommt. Ein bisschen rumprobieren hat mir gezeigt, dass man dem Gericht viel Variationsmöglichkeiten geben kann.
Zutaten
Kartoffelbrei
- 900 ml (3 ¾ Tassen) mehligkochende Kartoffeln, geschält und gewürfelt
- 80 ml (⅓ Tasse) Butter
- 150 ml (⅔ Tasse) Milch
- 1 Ei, leicht verquirlt
- 400 ml (1 ¾ Tassen) geriebener Pecorino (ca. 160 g)
- Salz und Pfeffer
- 600 g Schweinswurst (z.B. Toulouse oder Bratwurst), grob gehackt
- 50 ml (3 ½ EL) Butter
- 2 Lauchzwiebeln, in feine Ringe geschnitten
- 200 g grüne Bohnen, in Stücke geschnitten
- 5 getrocknete Tomaten, fein gehackt
- 3 Knoblauchzehen, fein gehackt
- 200 ml Gemüsebrühe
- 150 ml gefrorene Erbsen
Belag
Über die Zutaten
Die Kartoffeln sollten mehligkochend sein für eine lockere, nicht klebrige Konsistenz. Butter zudem frisch, damit Aromakraft erhalten bleibt. Wer keine Wurst aus Toulouse oder dicke Bratwürste bekommt, kann auch grobes Hack verwenden, sollte das aber separat anbraten, damit Fett und Röstaromen drin bleiben. Getrocknete Tomaten geben umami Tiefe, leicht einweichbar wenn zu hart. Gemüsebrühe am besten selbst gemacht oder reduziert, sonst wird die Füllung zu salzig. Frische Kräuter wie Thymian oder Rosmarin passen auch rein, falls man das Aroma noch ausbauen will. Milch nach Bedarf – zu viel wird Brei dann zu flüssig und der Auflauf fällt auseinander. Ei bindet, ist kein Muss, klappt auch ohne. Käse: Pecorino frisch gerieben, alternativ Parmesan. Eine gute Sauce im Gabelformat hilft, falls es zu trocken wird – kann ein Löffel Crème fraîche oben drauf, wenn serviert wird.
Zubereitung
Kartoffelbrei
- Kartoffeln in gesalzenem Wasser kochen, bis sie fast zerfallen, etwa 20 Minuten. Abgießen, zurück in den Topf – jetzt öfters rühren, damit Dampf entweicht, so wird der Brei fester.
- Butter zugeben, stampfen, Milch und Ei unterrühren. Das Ei macht den Brei bindiger, ist aber keine Pflicht. Würzen mit Salz, Pfeffer.
- Pecorino untermischen, aber nicht die Hälfte, damit ober drauf noch Platz ist. Dann abgedeckt stehen lassen, damit es nicht trocken wird.
- Backofen auf 175 °C vorheizen, mittlere Schiene. Bratpfanne vorheizen, Butter schmelzen lassen. Wurst grob zerpflücken, mit großer Hitze anbraten, bis viel Röstaromen entstehen – wichtig für Geschmack. Dauert 6 bis 8 Minuten, gelegentlich wenden.
- Wurst in eine rechteckige Auflaufform (ca. 30 x 22 cm) geben und etwas andrücken.
- Lauwarmes Fett in der Pfanne für Lauchzwiebeln und grüne Bohnen nutzen. Erst Lauch anbraten, bis er weich und glasig wird, dann grüne Bohnen zusammen mit Knoblauch und getrockneten Tomaten zugeben. Brühe dazugießen, alles bei mittlerer Hitze schmoren, bis die Bohnen zart aber noch bissfest sind, ca. 5 Minuten. Erbsen einrühren, kurz mitwärmen.
- Gemüse über die Wurst schichten, mit leichtem Druck verteilen.
- Kartoffelbrei gleichmäßig darauf verteilen, Oberfläche mit übrigem Pecorino bestreuen.
- Backen, bis die Oberfläche goldbraun ist und beim Klopfen fest klingt – ungefähr 50 Minuten. Gegen Ende kann man auf Grillfunktion umschalten, um extra Kruste zu bekommen, dabei genau beobachten.
- Vor dem Servieren mindestens 10 Minuten stehen lassen, sonst zerfällt alles. Temperatur fällt, Bindung stabilisiert sich.
- Häufiger Fehler ist zu flüssiger Brei oder Chips statt Auflauf, lieber etwas trockener rechnen und mehr Flüssigkeit schrittweise dazu. Wurst nicht zu klein schneiden, sie soll saftig bleiben.
- Tipp: Statt Schinken im Brei oder Parmesan pur, kann man auch Ziegenkäse nehmen. Der peppt den Geschmack nochmal kräftig auf.
- Für Gemüsemuffel passt auch Spinat statt Bohnen, aber unbedingt gut ausdrücken. Flüssigkeitsmenge in Brühe dann anpassen.
- Rest von getrockneten Tomaten kann man sehr fein hacken und in den Kartoffelbrei mischen, gibt eine schöne würzige Note, fast karamellig.
Belag
Zubereitungstipps
Kartoffeln sind gar, sobald man mit einem Messer ganz durchkommt, am besten probiert man die garstufe gegen Ende öfter. Kartoffeln im Topf dämpfen lassen, bevor Milch oder Butter rein, sonst wird der Brei latschig. Wurst unbedingt scharf anbraten, bis richtig gebräunt, direktes Schrumpfen im Topf vermeiden. Beim Gemüse gut mit der Brühe dosieren und die Zeit nicht überschreiten, sonst wird’s matschig. Das Gesamtbacken gibt Zeit zum Durchziehen, die Oberfläche man im Auge behalten, wenn Käse zu schnell bräunt – Alufolie drüberlegen. Warten vor dem Anschneiden stabilisiert die Schichten, sonst läuft alles auseinander. Tipp: Alles gut warm servieren, mit einem spitzen Messer schneiden, damit man Stücke erhält. Grobes Bröseln obendrauf sorgt für extra Knusprigkeit, wenn man mag. Nicht zu lange garen, sonst wird der Kartoffelbrei trocken und der Geschmack flach.
Küchentipps
- 💡 Zuerst die Kartoffeln. Wickeln in Alufolie oder in einem Dampfgarer, damit sie nicht wässrig werden. Ganz durchstechen mit Messer bei Test. Milch erst dazu, wenn sie dampt. Ansonsten zu flüssig, kann Brei zerfallen.
- 💡 Käse ersetzen geht. Ziegenkäse bringt frische, auch Parmesan ist fein und intensiv. Die Röstaromen der Wurst sind entscheidend. Besser nicht zu klein schneiden. Fleisch bleibt saftig und geschmacklich kräftig. Achten auf Bräunung.
- 💡 Für die Konsistenz: Auflauf bleibt fest, wenn der Brei recht fest ist. Teste vorneweg. Wenn der Brei mal zu flüssig scheint, lieber einen Löffel Crème fraîche oben drauf, fördert die Bindung und gibt Richness.
- 💡 Schnell ist nicht immer besser. Gebe dem Auflauf Zeit, die Kruste kriegen ist auch gut. Am Ende auf Grillfunktion, aber schauen, nicht verbrennen. Der Duft. Das Geräusch. Perfekt, wenn goldbraun ist. Immer wieder klopfen.
- 💡 Beim Gemüse der Wurstauflauf: Erbsen erst bei den Bohnen zum Schluss rein. Die müssen knackig bleiben. Anpassen der Brühe je nach Gemüseart. Zuviel Wasser – Brei, matschig. Besser nach und nach Flüssigkeit.
- 💡 Falls du frische Kräuter magst: Thymian passt richtig gut. Auch Rosmarin kann rein, wenn gewünscht. Die Aromaschicht erweitern, schadet nie. Olivenöl statt Butter für mehr Geschmack, verschwende die Butter nicht. Achte auf die Menge.
- 💡 Reste sind kein Problem. Aufwärmen im Ofen macht sie sogar besser. Dabei die Knusprigkeit bewahren. Wenn du das Gemüse schon vorbereitet hast, geht das schnell. Frisch muss es nicht sein.
- 💡 Und das vorher anbraten - für die Intensität. Oder die getrockneten Tomaten für mehr Geschmack einweichen. Aromatischer wird’s, wenn sie länger marinieren. Sie machen viel aus, also gut abschmecken.



